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Hier würden Sie sich wohl kaum wundern, wenn Ihnen auf einmal ein Ritter in voller Rüstung und hoch zu Roß sitzend entgegen kommt. Das Städtchen Carcassonne – im Tal der Aude auf halber Strecke zwischen Mittelmeerküste und Tolousse gelegen – gilt als das Paradebeispiel einer mittelalterlichen Festung. Insgesamt erstreckt sich die gesamte Anlage mit ihren hohen Mauern, tiefen Gräben und mehreren Türmen auf über 14 Hektar und ist so groß, dass die gesamte Altstadt von Carcassonne innerhalb der dicken Festungsmauern liegt. Zurückverfolgen lässt sich die Festung bis in das erste Jahrhundert nach Christus, als bereits die Römer hier am Schnittpunkt wichtiger Handelswege ein Kastell auf einem Hügel errichteteten. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten sich die beherrschenden Mächte in der Region nacheinander ab und jeder, ob Westgoten, Araber, Franken oder Kreuzritter verstärkte und erweiterte die Festung immer mehr. Irgendwann kam noch ein Schloss innerhalb der Burgmauern hinzu, quasi eine Festung innerhalb der Festung mit einem eigenen Burggraben. Ihre letzte Ausbaustufe erlangte die Anlage mit dem Errichten der mächtigen Doppelringmauer im 13. Jahrhundert.
Im Laufe der Geschichte galt Carcassone stets als uneinnehmbar – Karl der Große soll sogar 5 Jahre lang die Festung belagert und letztendlich aufgegeben haben. Aus dieser Zeit soll der Legende nach auch der Name der Burg stammen. Angeblich geht er auf Madame Carcas, der Tochter eines Sarazenenfürsten und damaligem Herrscher der Burg, zurück. Sie soll zum Ende der Belagerung durch Karl den Großen, als die Vorräte innerhalb der Stadt bereits knapp waren, das letzte Schwein mit Getreide gefüllt über die Festungsmauern geworfen haben, um den Angreifern zu zeigen, dass man noch genug Vorräte für eine längere Belagerung hat. Als daraufhin die feindlichen Truppen entmutigt abzogen und zur Feier alle Glocken der Burg geläutet haben, soll Karl der Große gesagt haben: „Madame Carcas sonne“ - „Madame Carcas läutet“.
Carcassonne bietet sich bei einem Urlaub in der Region für einen interessanten Tagesausflug an. Nicht nur die einzelnen Festungsteile sind dabei sehenswert, sondern auch die Altstadt, die mit ihren engen, verwinkelten Gassen und den alten Gebäuden einen guten Eindruck einer mittelalterlichen Stadt bietet.
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